Bayerisches Kompetenzzentrum für Phagentherapie (BayPha)
Antibiotikaresistenzen gehören zu den größten Herausforderungen unserer Zeit
Im Bayerischen Zentrum für Phagentherapie (BayPha) konzentrieren sich die Forscher auf die therapeutische Nutzung der einzigartigen Fähigkeit von Phagen, antibiotikaresistente Bakterienstämme selektiv anzugreifen und zu eliminieren. Die Phagentherapie birgt ein erhebliches Potenzial - nicht nur für die präzise Behandlung akuter Infektionen, sondern auch für präventive Anwendungen wie die Beseitigung der asymptomatischen Besiedlung mit resistenten Bakterien bei gleichzeitiger Erhaltung der nützlichen Darmflora.

Multiresistente Krankheitserreger gehören zu den größten globalen Gesundheitsbedrohungen. Jedes Jahr sterben in der EU 35.000 Menschen an Infektionen, die durch resistente Bakterien verursacht werden; weltweit sind es bereits 1,27 Millionen - mit Prognosen von bis zu 10 Millionen Todesfällen jährlich bis 20501. Um dieser alarmierenden Entwicklung entgegenzuwirken, konzentrieren wir uns auf einen vielversprechenden Ansatz gegenüber herkömmlichen Antibiotika: Bakteriophagen.
Bakteriophagen sind natürliche Feinde von Bakterien und integrale Bestandteile unseres Mikrobioms. Phagen sind sehr spezifisch auf ihre bakteriellen Wirte ausgerichtet und können so das komplexe mikrobielle Ökosystem im Körper aktiv gestalten und regulieren. Sie können sowohl antibiotikaresistente als auch empfindliche Krankheitserreger bekämpfen und spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des mikrobiellen Gleichgewichts im Darm.
Bitte beachten Sie, dass das ZIP derzeit ausschließlich als Forschungsinstitut tätig ist. Wir führen keine klinischen Behandlungen durch, geben keine individuelle medizinische Beratung und stellen keine Therapieempfehlungen oder Therapeutika für Patientinnen und Patienten bereit.
Unser BayPha-Programm ist auf die Forschung zur Identifizierung und Charakterisierung ausgewählter Bakteriophagen ausgerichtet, mit Blick auf eine mögliche zukünftige klinische Anwendung durch spezialisierte Zentren. Wir betreiben keine eigenen klinischen Behandlungsprogramme und stellen solche auch nicht bereit.
Für medizinische Einschätzungen, Diagnosen oder Therapieentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt bzw. Ärztin oder an eine entsprechend zugelassene medizinische Einrichtung. Ihre medizinischen Ansprechpartner können uns gerne mit wissenschaftlichen Fragen kontaktieren.
References:
- “Antimicrobial resistance“, World Health Organization, November 21, 2023, https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/antimicrobial-resistance#:~:text=Key%20facts,AMR%20has%20significant%20economic%20costs