Neue molekulare Werkzeuge für Bayerns Präzisionsonkologie

Freising – Das Leuchtturmprojekt „Omics, Genomics, Liquid Biopsy (LT Omics)“ hat eine Verlängerung der Förderung erhalten und startet nun in seine dritte und letzte zweijährige Projektphase.
Koordiniert von Prof. Rainer Claus (Universitätsklinikum Augsburg) im Rahmen des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF), konzentriert sich die Initiative darauf, Multi-Omics-Technologien, insbesondere Proteogenomik und Liquid Biopsy, als zentrale gemeinsame Ressource für alle Partner im Netzwerk zu etablieren.
Durch die enge Verknüpfung von Forschung und klinischer Praxis zielt LT Omics darauf ab, die translationale Krebsforschung in Bayern nachhaltig zu stärken. Das Projekt legt besonderen Wert auf die Harmonisierung dezentraler molekularbiologischer Arbeitsabläufe, die koordinierte Unterstützung innovativer klinischer Studien sowie die Standardisierung von Probenlogistik und Präanalytik zwischen den beteiligten Einrichtungen.
Das übergeordnete Ziel besteht darin, konkrete Vorteile für Forschende und Krebspatienten in ganz Bayern zu schaffen, indem fortgeschrittene OMICs-Technologien breit zugänglich, klinisch anwendbar und unmittelbar relevant für die Patientenversorgung gemacht werden, insbesondere durch ihre Integration in Molekulare Tumorboards (MTBs) und die damit verbundenen Entscheidungsprozesse.
Die nächste Generation molekularer Tumorboards gestalten
Im Rahmen von LT Omics entwickelt die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Küster (Technische Universität München), Gründungsdirektor des Zentrums für Infektionsprävention (ZIP) in Freising/Weihenstephan und stellvertretender Sprecher von LT Omics, fortschrittliche molekulare Profilierungsverfahren, die die Grundlage für die nächste Generation molekularer Tumorboards im BZKF-Netzwerk bilden sollen.
Ein wesentlicher Vorteil dieses Ansatzes liegt in der Fähigkeit, hochaufgelöste funktionelle molekulare Profile selbst aus minimalem Patientenmaterial zu erzeugen – ein entscheidender Faktor bei seltenen und schwer behandelbaren Krebsarten. Das Team von Prof. Küster hat proteomische und phosphoproteomische Workflows für komplexe klinische Proben verfeinert und standardisiert, um quantitative Präzision und Reproduzierbarkeit über mehrere Standorte hinweg zu gewährleisten – und damit eine der zentralen Herausforderungen multizentrischer Studien zu überwinden.
Durch die Etablierung von kliniktauglichen Phosphoproteomik-Analysen mit extrem geringem Probenbedarf sowie die Fähigkeit, komplexe molekulare Daten in umsetzbare klinische Erkenntnisse zu übersetzen, trägt das Team dazu bei, molekulare Tumorboards und klinische Studien über die reine Mutationsdetektion hinauszuführen – hin zu einem vertieften Verständnis von Tumorbiologie und -funktion.
Dieser Fortschritt unterstützt unmittelbar die Mission von LT Omics, eine nachhaltige, wirkungsstarke Infrastruktur für Präzisionsonkologie in ganz Bayern aufzubauen.
Weiterführende Links:
- Next Generation Tumor-Diagnostik: Omics, Genomics, und Liquid Biopsy
- Projekt Concept & Milestones