DFG-Emmy-Noether-Förderung für Dr. Mohanned Alhussien
Freising, 20. Januar 2026 – Dr. Mohanned Alhussien wurde mit einer Förderung aus dem Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet. Das Emmy-Noether-Programm zählt zu den kompetitivsten Förderinstrumenten in Deutschland und ermöglicht herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in frühen Karrierephasen den Aufbau einer eigenständigen Forschungsgruppe zur Bearbeitung innovativer wissenschaftlicher Fragestellungen.
Das Emmy-Noether-Projekt mit dem Titel „Genetisch veränderte Hühner als Werkzeuge zur Untersuchung von Interferon-Funktionen in der Immunität“ zielt darauf ab, zu entschlüsseln, wie Typ-I- und Typ-III-Interferone (IFNs) – zentrale Komponenten der frühen Immunabwehr gegen Infektionen – die Immunantwort bei Vögeln beeinflussen.
Gentechnisch veränderte Hühner zur Analyse von Interferonfunktionen und zur Verbesserung der Gesundheit von Geflügel
Im Projekt werden drei gentechnisch veränderte Hühnerlinien eingesetzt, denen jeweils die Rezeptoren für Typ-I-IFN, Typ-III-IFN oder für beide Interferontypen fehlen. Dies ermöglicht eine präzise Analyse interferonregulierter physiologischer Funktionen unter nicht-infektiösen Bedingungen. Aufbauend darauf werden die gewonnenen Erkenntnisse auf virale und bakterielle Krankheitsmodelle übertragen, um zu untersuchen, wie Pathogene mit dem Interferonsystem interagieren und die Anfälligkeit oder Resistenz gegenüber Infektionen beeinflussen. Ziel des Projekts ist es, die spezifischen und synergistischen Funktionen von Typ-I- und Typ-III-Interferonen klar zu definieren.
Die Forschung leistet einen Beitrag zum grundlegenden Verständnis der aviären Immunbiologie und soll sowohl die Forschung im Bereich der Tier- als auch der Humanmedizin unterstützen. Langfristig zielt das Projekt darauf ab, die Gesundheit von Geflügel zu verbessern, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren und zoonotische Risiken zu minimieren.
Über Dr. Mohanned Alhussien

Dr. Alhussien ist Immunologe mit Schwerpunkt auf der Regulation der angeborenen Immunantwort bei Nutztieren. Er absolvierte seinen Master- und Promotionsabschluss in Tierphysiologie und Immunologie am National Dairy Research Institute (NDRI) in Indien. Im Rahmen seiner Forschung beschäftigte er sich mit den Wechselwirkungen zwischen Zytokinen und Phagozyten in Gesundheit und Krankheit.
Im Jahr 2021 wechselte Dr. Alhussien an die Technische Universität München (TUM) in die Arbeitsgruppe von Prof. Benjamin Schusser (Lehrstuhl für Reproduktionsbiotechnologie). Seine Forschung wurde dabei durch Stipendien der TUM University Foundation, der Alexander von Humboldt-Stiftung sowie durch das Walter-Benjamin-Programm der DFG gefördert. Prof. Schussers Forschungsschwerpunkt liegt auf der Untersuchung des Immunsystems des Huhns, insbesondere durch die Erzeugung genetisch veränderter Hühner, um die besonderen Eigenschaften der angeborenen und adaptiven Immunität zu entschlüsseln.
An der TUM entwickelte Dr. Alhussien die ersten gentechnisch veränderten Hühnermodelle, denen zentrale Interferonrezeptoren fehlen. Diese Modelle bilden die wissenschaftliche Grundlage für sein nun bewilligtes Emmy-Noether-Projekt. Das Emmy-Noether-Projekt wird eng in die DFG-Forschungsgruppe ImmunoChick (oder hier) eingebunden sein, wodurch bestehende wissenschaftliche Kooperationen weiter gestärkt und Partnerschaften mit führenden Expertinnen und Experten der aviären Immunologie in Deutschland ausgebaut werden.
„Ich danke der DFG herzlich für diese Unterstützung. Die Emmy-Noether-Förderung stellt einen wichtigen Meilenstein beim Aufbau meiner unabhängigen Forschungsgruppe am Zentrum für Infektionsprävention (ZIP) der TUM dar. Sie ermöglicht es uns zu untersuchen, wie Interferone den Immunschutz bei Vögeln steuern – eine Fragestellung von zentraler Bedeutung für die Geflügelgesundheit und die Prävention zoonotischer Erkrankungen. Unser Ziel ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, die dem Tierwohl, einer nachhaltigen Produktion und der öffentlichen Gesundheit zugutekommen“, so Dr. Mohanned Alhussien.
Über die DFG und das Emmy Noether Programm
DFG Emmy Noether Programme: https://www.dfg.de/en/research-funding/funding-opportunities/programmes/individual/emmy-noether
DFG: https://www.dfg.de/en/about-us/about-the-dfg/what-is-the-dfg
Weiterführende Informationen:
TUM: https://www.tum.de
TUM School of Life Sciences: https://www.ls.tum.de/en/ls/home/